
Veranstaltungsplanung
Teil von 5 Schritte zur Auswahl von Veranstaltungsdienstleistern
Verzeichnisse für Veranstaltungsdienstleister: IHK, Verbände und Portale
Verzeichnisse für Veranstaltungsdienstleister: IHK, HWK, DEHOGA, EVVC und Online-Portale im Vergleich, mit Anbieterzahlen, Eintragskosten und Beispielbudget.
Das Wichtigste auf einen Blick
- IHK und HWK führen Firmenlisten auf Basis der Kammerrolle, der Basiseintrag ist für Mitglieder kostenlos.
- DEHOGA und EVVC bündeln Hotellerie, Gastronomie und Veranstaltungshäuser in Verbandsverzeichnissen.
- Online-Portale erreichen die größten Trefferzahlen und finanzieren sich über bezahlte Platzierungen.
- Kein Verzeichnis prüft Leistungsnachweise, die Vorauswahl ersetzt keine Anbieterprüfung.
Kammerverzeichnisse: IHK und HWK
Die 79 Industrie- und Handelskammern betreiben Firmendatenbanken, die aus der Pflichtmitgliedschaft gespeist werden. Adresse, Rechtsform und Branchenschlüssel sind dort meist gepflegt. Kammern sind regionale Selbstverwaltungskörperschaften der Länder, keine Bundesbehörden.
Leistungsfilter für Tontechnik oder Bühnentechnik fehlen häufig. Wer prüfen will, ob ein Anbieter überhaupt existiert und wie er aufgestellt ist, findet in den Kammerlisten dennoch eine verlässliche Grundlage.
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag bündelt die Themenfelder der Industrie- und Handelskammern. Dort ist nachlesbar, welche Angaben Betriebe zu Rechtsform und Tätigkeit führen müssen.
Die 53 Handwerkskammern führen ähnliche Betriebssuchen auf Basis der Handwerksrolle. Veranstaltungstechniker mit Eintrag in die Handwerksrolle lassen sich dort finden. Für Mitgliedsbetriebe ist der Basiseintrag kostenlos.
Hervorgehobene Treffer und Zusatzrubriken verkaufen die Kammern über regionale Vermarktungspartner. Die Preise unterscheiden sich von Kammer zu Kammer deutlich, verbindlich ist die regionale Preisliste.
Für die Ausschreibung liefern Kammern zusätzlich Briefing-Wissen. Wie Ablauf, Budget und Verantwortlichkeiten zusammenhängen, beschreibt der Praxisüberblick der IHK Köln zu Veranstaltungen.
Verbände: DEHOGA und EVVC
Der DEHOGA Bundesverband vertritt Hotellerie und Gastronomie. Über seine Landesverbände führt er Tagungshotel- und Gastgeberverzeichnisse mit Raumkapazitäten, Tagungstechnik und Catering.
Für Mitgliedsbetriebe ist der Eintrag Teil der Verbandsleistung und damit ohne separate Gebühr möglich. Nichtmitglieder zahlen für Anzeigen und Platzierungen, die Preise legt der jeweilige Landesverband fest.
Welche Anforderungen Tagungsräume erfüllen müssen, beschreiben die Brancheninformationen des DEHOGA zu Tagungen. Einkäufer finden dort Kapazitätsangaben und Ausstattungsmerkmale.
Der EVVC listet Veranstaltungszentren und Zulieferer. Ein Einzeleintrag für Nichtmitglieder ist nicht vorgesehen, der Zugang läuft über die Mitgliedschaft. Die Beiträge staffeln sich nach Größe und Nutzung des Hauses.
Für Einkäufer ist diese Liste interessant, weil sie überwiegend Häuser mit eigener Technik enthält. Wer eine Location ohne Technik sucht, findet dort seltener passende Treffer.
Online-Portale und ihre Preismodelle
Online-Portale bilden den größten Marktplatz. Bekannt sind locations.de, eventlocations.de und das internationale Cvent Supplier Network. Die meisten arbeiten nach dem Freemium-Muster: Das Basisprofil kostet nichts, Sichtbarkeit wird bezahlt.
- Kostenloses Basisprofil mit Kontaktdaten und einem Bild.
- Premiumprofil mit Galerie, Kapazitätsangaben und Suchpriorität.
- Lead-Paket, bei dem der Anbieter pro Anfrage zahlt.
- Exclusive Placement, das einen Anbieter pro Kategorie und Region sperrt.
Premiumprofile liegen üblicherweise zwischen rund 200 und 1.200 Euro pro Jahr, netto zzgl. Mehrwertsteuer. Der Preis hängt von Reichweite, Region und Zahl der Wettbewerber ab. Verbindlich bleibt die Preisliste des Betreibers.
Kosten und Reichweite im Vergleich
| Verzeichnis | Gelistete Anbieter | Eintrag (netto, zzgl. 19 % MwSt.) |
|---|---|---|
| IHK-Firmendatenbanken | 79 Kammern | Basiseintrag 0 Euro für Mitglieder |
| HWK-Betriebssuchen | 53 Kammern | Basiseintrag 0 Euro für Mitglieder |
| DEHOGA-Verzeichnisse | Landesverbände in allen Bundesländern | Basiseintrag 0 Euro für Mitglieder |
| EVVC-Mitgliederliste | mehrere hundert Häuser und Zulieferer | nur über Mitgliedschaft |
| Online-Portale | einige hundert bis sechsstellig | 0 Euro Basis, Premium ab rund 200 Euro |
Beispielrechnung für ein Dienstleisterbudget
Beispielrechnung mit frei gewählten Annahmen für einen Anbieter, der auf drei Wegen sichtbar sein will:
- Kammer-Basiseintrag: 0 Euro.
- Premiumprofil auf einem Portal: 480 Euro netto pro Jahr.
- Lead-Paket mit 20 Anfragen zu je 12 Euro: 240 Euro netto.
Summe: 720 Euro netto, das sind 856,80 Euro brutto bei 19 Prozent Mehrwertsteuer. Die Annahmen ersetzen kein Angebot des Betreibers.
Wie Einkäufer Treffer prüfen
- Nachweise: Betriebshaftpflicht, Meisterbrief, Eintrag in die Handwerksrolle
- Technik: eigene Pulte und Funkstrecken oder reine Vermittlung
- Referenzen: vergleichbare Veranstaltungsgröße aus dem laufenden Jahr
- Kapazität: Verfügbarkeit am Aufbautag, nicht nur am Veranstaltungstag
- Haftung: klare Zuordnung bei Schäden an Bestuhlung und Technik
Häufige Fragen
Was kostet ein Eintrag in einem IHK-Verzeichnis?
Für Mitgliedsbetriebe ist der Basiseintrag kostenlos. Bezahlte Zusatzplatzierungen werden regional unterschiedlich bepreist, meist im dreistelligen Eurobereich pro Jahr, netto zzgl. Mehrwertsteuer.
Sind die Betriebssuchen der Handwerkskammern öffentlich einsehbar?
Ja, die Suchen sind zugänglich. Ein Eintrag setzt aber in der Regel die Mitgliedschaft und den Eintrag in die Handwerksrolle voraus.
Wie viele Anbieter listen Online-Portale?
Das reicht von einigen hundert Einträgen im regionalen Segment bis zu sechsstelligen Beständen bei internationalen Netzwerken wie Cvent.
Warum reicht ein Portal allein nicht aus?
Portale zeigen Selbstdarstellungen. Kammer- und Verbandslisten liefern Statutardaten und Mitgliedschaften. Die Kombination verkürzt die Vorauswahl.
Woran erkenne ich ein Verzeichnis mit hoher Trefferqualität?
An Filtermöglichkeiten nach Technik und Kapazität, an Aktualitätsdatum der Einträge und an klar benannten Kosten pro Platzierung.



