Veranstaltungsplanung

Teilnehmerverwaltung Software im Vergleich: Funktionen und Anbieter für Tagungen

Teilnehmerverwaltung Software im Vergleich: Funktionen, Preise in Euro und DSGVO-Check für Tagungen mit Eventbrite, XING Events, Cvent, Doo und Evenito.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Fünf Anbieter tragen den Vergleich: Eventbrite, XING Events, Cvent, Doo und Evenito.
  • Ticketmodelle rechnen pro verkauftem Platz ab, Lizenzmodelle mit festem Jahresbetrag, Enterprise-Anbieter mit Angebot auf Anfrage.
  • Alle genannten Beträge sind Nettobeträge, die Umsatzsteuer kommt hinzu.
  • Über die DSGVO-Konformität entscheidet der Auftragsverarbeitungsvertrag, nicht der Firmensitz.
  • Erst ein Testlauf mit einer echten Tagung beendet die Auswahl.

Welche Funktionen bei Tagungen den Ausschlag geben

Eine Tagung folgt anderen Regeln als eine Messe oder ein Stadtfest. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, die Anmeldung läuft häufig über persönliche Einladungen, und viele Gäste brauchen eine Rechnung mit Bestellnummer. Aus diesen drei Punkten entsteht der Funktionsbedarf.

Die Anmeldung steht am Anfang. Ein Formular mit bedingten Fragen zeigt nur die Felder, die zur Auswahl passen: Verpflegungswunsch bei gebuchter Gastronomie, Hotelbedarf bei auswärtigen Gästen, Workshopwahl bei parallelen Foren. Kontingente je Ticketart, Wartelisten mit Nachrückverfahren und automatische Bestätigungen gehören zum Standard.

Vor Ort entscheidet der Check-in über die Warteschlange. Bewährt sind QR-Code-Scans per Smartphone, Selbstbedienungsterminals ab etwa 300 Gästen und der Badgedruck direkt am Eingang. Nachmeldungen müssen möglich bleiben, und die No-Show-Quote sollte die Software mitberechnen.

Nach der Veranstaltung folgt die zweite Hälfte der Arbeit. Teilnahmebestätigungen, Umfragen, Auswertungen nach Ticketart und der Export der Teilnehmerdaten in das CRM gehören dazu. Ohne saubere Schnittstelle bleibt die Verwaltung eine Insel.

Technisch zählen Rechte und Schnittstellen. Rollen trennen Kasse, Projektleitung und Dienstleister. Prüfen Sie die Anbindung an Buchhaltung, CRM und Mailingtool, außerdem Mehrsprachigkeit und Barrierefreiheit der Anmeldeseite.

Die Teilnehmerverwaltung ist ein Baustein der Gesamtplanung. Wie Ablauf, Budget und Verantwortlichkeiten bei Geschäftsveranstaltungen zusammenspielen, beschreibt die IHK Köln in ihrem Leitfaden für die Veranstaltungsplanung.

Fünf Anbieter im Vergleich

Die Tabelle ordnet die fünf Anbieter nach Zielgruppe, Preismodell und Datenschutzaufwand. Die Reihenfolge folgt dem erwarteten Einführungsaufwand.

Anbieter Typischer Einsatz Preismodell Datenschutz
Eventbrite offene Tagungen mit Ticketverkauf gebührenfrei bei kostenlosen Events, Gebühr pro bezahltem Ticket Auftragsverarbeitung prüfen, Drittlandbezug klären
XING Events deutschsprachige Events mit Netzwerkanmeldung gebührenfrei bei kostenlosen Events, Gebühr pro Ticket Auftragsverarbeitung prüfen, Serverstandort erfragen
Cvent große Tagungen, mehrere Standorte Angebot auf Anfrage, Jahresvertrag mit Einrichtung Serverstandort und Unterauftragsverarbeiter fixieren
Doo Firmenevents mit Rechnungsstellung Angebot auf Anfrage nach Teilnehmerzahl deutscher Anbieter, AVV und Löschkonzept anfragen
Evenito Tagungen mit 100 bis 500 Gästen Lizenz nach Umfang, Preise auf der Anbieterseite Anbieter aus der Schweiz, AVV nach Artikel 28

Eventbrite: Selbstbedienung mit Ticketgebühr

Eventbrite passt zu Tagungen mit offener Anmeldung und Online-Ticketverkauf. Veranstalter bauen die Seite selbst, veröffentlichen sie und verkaufen Plätze ohne Projektteam. Die Preise und Funktionen für Veranstalter listet Eventbrite auf seiner Preisseite.

Kostenlose Veranstaltungen kosten keine Grundgebühr. Bei kostenpflichtigen Tickets fällt eine Gebühr pro verkauftem Platz an, die sich am Ticketpreis orientiert. Der Veranstalter trägt diese Gebühr oder schlägt sie auf den Ticketpreis auf, was die Kalkulation je Ticket verändert.

Die Grenzen liegen bei Firmenprozessen. Sammelrechnungen mit Bestellnummer, Freigabeschleifen für Teilnehmerlisten und Hotelkontingente lassen sich nur eingeschränkt abbilden. Für Tagungen mit internem Publikum ist Eventbrite selten erste Wahl.

XING Events: Netzwerk für den deutschsprachigen Raum

XING Events verbindet die Anmeldung mit einem beruflichen Netzwerk. Teilnehmer melden sich mit ihrem Profil an, Stammdaten sind vorbelegt, und Einladungen lassen sich innerhalb des Netzwerks ausspielen. Das senkt die Hürde bei öffentlichen Tagungen.

Bezahlt wird über den Ticketverkauf: kostenlose Veranstaltungen bleiben kostenlos, bei kostenpflichtigen Tickets wird eine Gebühr fällig. Für interne Tagungen ohne öffentliche Anmeldung ist dieser Weg teuer, weil der Netzwerkeffekt fehlt. Dort passt ein Lizenzmodell mit Rechnungsstellung besser.

Klären Sie im Erstgespräch den aktuellen Modulumfang, die Supportzeiten und die Kündigungsfrist. Diese drei Punkte entscheiden, ob die Plattform mehrteilige Tagungsreihen trägt.

Cvent: Enterprise für große Formate

Cvent liefert einen Modulbaukasten für Registrierung, Teilnehmerbetreuung und Veranstaltungsmanagement. Angesprochen sind Unternehmen mit vielen Veranstaltungen, mehreren Standorten und internationalem Publikum.

Preislisten veröffentlicht Cvent nicht. Gerechnet wird mit einem Angebot auf Anfrage, meist als Jahresvertrag mit Einrichtungsaufwand und Schulung. Interne Projektarbeit kommt hinzu, weil Einrichtung und Datenimport aufwendig bleiben.

Für eine einzelne Tagung mit 150 Gästen ist der Aufwand zu hoch. Bei mehreren hundert Teilnehmern, Hotelbuchung und Reisekostenabrechnung spielt Cvent seine Stärken aus.

Doo: deutscher Anbieter für Firmenevents

Doo ist ein deutscher Anbieter von Veranstaltungssoftware mit Registrierung, Ticketing und Check-in. Die Plattform wird für Firmenveranstaltungen, Kongresse und interne Tagungen eingesetzt.

Die Preise stehen nicht öffentlich im Netz; sie werden nach Teilnehmerzahl und Funktionsumfang angeboten. Verlangen Sie ein Angebot in Euro netto zzgl. Umsatzsteuer und lassen Sie die Einrichtungsgebühr separat ausweisen.

Der Vorteil liegt im deutschsprachigen Support und in der Rechnungsstellung nach deutschen Gepflogenheiten. Wer Bestellnummern, Kostenstellen und Sammelrechnungen braucht, findet hier den geringsten Anpassungsaufwand.

Evenito: Lizenzmodell für Registrierung und Teilnehmerbereich

Evenito verbindet Registrierungsseiten, Einladungsmanagement und einen Teilnehmerbereich für Firmenveranstaltungen. Der Anbieter arbeitet mit flexiblen Lizenzmodellen mit veröffentlichten Preisen.

Die Schweiz gilt als Drittstaat mit Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Artikel 28 DSGVO bleibt trotzdem Pflicht, ebenso ein Löschkonzept für Teilnehmerdaten.

Für Tagungen mit 100 bis 500 Gästen und mehreren Durchführungen im Jahr ist das Lizenzmodell kalkulierbar. Bei einer einmaligen Veranstaltung lohnt der Blick auf Laufzeit und Kündigungsfrist.

Preise in Euro: drei Modelle und eine Beispielrechnung

Am Markt haben sich drei Abrechnungswege durchgesetzt. Jeder passt zu einer anderen Veranstaltungsfrequenz.

Das Ticketmodell rechnet pro verkauftem Platz ab. Es fällt keine Grundgebühr an, dafür steigt der Betrag mit dem Erfolg der Tagung. Für einmalige oder stark schwankende Formate ist das die günstigste Variante.

Das Lizenzmodell verlangt einen festen Betrag pro Monat oder Jahr. Die Kosten bleiben planbar, unabhängig von der Teilnehmerzahl innerhalb der gebuchten Stufe. Passend ist es ab drei Veranstaltungen gleicher Größe pro Jahr.

Das Projektmodell kombiniert Einrichtung, Lizenz und Betreuung. Es lohnt sich bei mehreren hundert Teilnehmern, mehreren Standorten und komplexen Anmeldewegen. Der Aufwand für Abstimmung und Schulung ist einzupreisen.

Achten Sie beim Angebotsvergleich auf vier Punkte: Nettopreis zzgl. Umsatzsteuer, Einrichtungsgebühr, Staffelung nach Teilnehmerzahl und Kündigungsfrist. Diese vier Angaben entscheiden über die Gesamtkosten stärker als der Listenpreis.

Rechenbeispiel: Tagung mit 180 Plätzen

Die folgenden Beträge sind Annahmen für die Rechnung, keine Angebote der genannten Anbieter. Angenommen werden 180 Plätze, davon 120 kostenpflichtige Tickets zu 250 Euro netto, also 30.000 Euro Ticketerlös, dazu 60 kostenlose Plätze für Referenten und Presse.

Ticketmodell: 2,5 Prozent des Ticketpreises plus 0,79 Euro netto pro bezahltem Ticket. Der Prozentanteil beträgt 750,00 Euro, der Festanteil 94,80 Euro. Zusammen ergibt das 844,80 Euro netto, mit 19 Prozent Umsatzsteuer 1.005,31 Euro brutto.

Lizenzmodell: 2.400 Euro netto pro Jahr für bis zu 500 Teilnehmer je Veranstaltung. Bei einer einzigen Tagung im Jahr zahlt der Veranstalter 2.400 Euro netto, also 2.856 Euro brutto, und damit deutlich mehr als im Ticketmodell.

Der Vergleichspunkt liegt bei drei Tagungen. Dreimal 844,80 Euro ergeben 2.534,40 Euro netto und damit mehr als die Jahreslizenz. Ab dieser Frequenz ist die Lizenz günstiger, darunter das Ticketmodell.

Projektmodell: 3.500 Euro netto Einrichtung plus 9.000 Euro netto Jahreslizenz, ebenfalls als Annahme gerechnet. Diese Größenordnung rechnet sich erst bei mehreren hundert Teilnehmern und mehreren Veranstaltungen pro Jahr.

Schnittstellen, Rechnungen und Zahlungsabgleich

Ohne Schnittstelle endet jede Anmeldung in manueller Arbeit. Vier Verbindungen entscheiden über den Nutzen im Alltag.

Erstens das CRM. Teilnehmerdaten, Einwilligungen und Gesprächsnotizen müssen nach der Tagung im Kundensystem landen, sonst geht der Vertrieb leer aus. Klären Sie, ob ein CSV-Export genügt oder eine laufende Synchronisation nötig ist.

Zweitens die Buchhaltung. Sammelrechnungen, Bestellnummern, Kostenstellen und Storno sollten aus der Software heraus entstehen. Fragen Sie nach dem Exportformat und nach dem Verfahren bei Teilstornierungen.

Drittens der Zahlungsabgleich. Kreditkarte, SEPA-Lastschrift und Kauf auf Rechnung erzeugen unterschiedliche Status, die sichtbar bleiben müssen. Offene Posten dürfen nicht im Postfach der Projektleitung verschwinden.

Viertens das Mailing. Bestätigungen, Erinnerungen und Nachfassmails laufen über Vorlagen. Prüfen Sie, ob der Versand über die eigene Domain möglich ist und ob Zustellraten ausgewertet werden.

In fünf Schritten zur passenden Software

  1. Anforderungsprofil schreiben: Teilnehmerzahl, Veranstaltungen pro Jahr, Rechnungsstellung, Check-in, Schnittstellen und Sprachen in einer Liste festhalten.
  2. Drei Angebote einholen, je eines aus Ticketmodell, Lizenzmodell und Projektmodell. So wird der Kostenunterschied sichtbar.
  3. Gesamtkosten über drei Jahre rechnen: Lizenz oder Gebühren, Einrichtung, Zahlungsgebühren, Schulung und Support.
  4. Testlauf mit einer echten Tagung durchführen. Danach die Testdaten löschen und die Ergebnisse schriftlich bewerten.
  5. Datenschutzprüfung abschließen und erst dann den Vertrag zeichnen.

DSGVO und Auftragsverarbeitung: die Prüfliste

  • Auftragsverarbeitungsvertrag nach Artikel 28 DSGVO mit einer Liste aller Unterauftragsverarbeiter.
  • Rechtsgrundlage je Verarbeitung getrennt begründen: Anmeldung, Rechnung, Fotoaufnahmen, Newsletter.
  • Besondere Kategorien nur abfragen, wenn sie für die Durchführung nötig sind, etwa Allergien oder Barrierefreiheit.
  • Löschfristen festlegen und den Export der Teilnehmerdaten vor Vertragsende vertraglich sichern.
  • Serverstandort, Unterauftragsverarbeiter und Standardvertragsklauseln schriftlich fixieren.

Die Verordnung 2016/679 regelt die Verarbeitung personenbezogener Daten in der gesamten EU. Für deutsche Veranstalter kommen die ergänzenden Regelungen des Bundesdatenschutzgesetzes hinzu.

Häufige Fragen

Was kostet Teilnehmerverwaltungssoftware für eine Tagung mit 180 Gästen?

Im Ticketmodell zahlen Sie nur für verkaufte Plätze, im Rechenbeispiel 844,80 Euro netto zzgl. Umsatzsteuer. Im Lizenzmodell liegen feste Jahresbeträge an, die sich ab etwa drei Veranstaltungen rechnen. Fordern Sie jedes Angebot in Euro netto zzgl. Umsatzsteuer an.

Welche Software ist DSGVO-konform?

Die Konformität hängt am Vertrag, nicht am Firmensitz. Entscheidend sind Auftragsverarbeitungsvertrag nach Artikel 28 DSGVO, Serverstandort, Löschkonzept und die Liste der Unterauftragsverarbeiter. Bei Anbietern außerhalb der EU und des EWR kommen Standardvertragsklauseln hinzu.

Reicht eine Tabelle für die Teilnehmerverwaltung?

Bis etwa 50 Teilnehmer und eine Veranstaltung pro Jahr trägt eine gepflegte Tabelle. Sobald Rechnungen, Wartelisten, Sitzplatzwünsche und Check-in dazukommen, kostet die Handarbeit mehr als eine Lizenz.

Wie lange dauert die Einführung?

Für eine Standardkonfiguration mit Anmeldeformular, Rechnungsstellung und Check-in planen Sie vier bis acht Wochen. Enterprise-Installationen mit Datenimport und Schnittstellen dauern länger und brauchen eine interne Projektleitung.

Worauf kommt es beim Testlauf an?

Testen Sie mit den Daten einer kleinen echten Tagung und prüfen Sie Rechnungsstellung, Nachrückverfahren und Check-in unter Zeitdruck. Klären Sie vorher, ob die Testdaten gelöscht werden und ob ein vollständiger Export möglich ist.

In diesem Leitfaden

  1. Wie automatisiert man Anmeldung und Check-in bei Tagungen?Anmeldung und Check-in bei Tagungen automatisieren: fünf Schritte, konkrete Softwarefunktionen, Beispielkosten je Tagung und DSGVO-Vorgaben.
  2. Teilnehmerverwaltung Software Kosten: Preismodelle und versteckte GebührenTeilnehmerverwaltung Software Kosten: Preismodelle von Eventbrite und evenito, Transaktionsgebühren und Beispielrechnungen für 100 und 500 Teilnehmer.
  3. Datenschutz bei der Teilnehmerverwaltung erfordert DSGVO konforme FormulareDatenschutz bei der Teilnehmerverwaltung: Pflichtangaben im Anmeldeformular, Löschfristen je Datenkategorie, Aufgaben des Datenschutzbeauftragten, Bußgeldrahmen.

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